Lohner Malteser vom Hochwasser-Einsatz zurückgekehrt

Leiter des Lohner Teams und Abschnittsleiter vor Ort war Daniel Kamphaus, der wie die weiteren ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer zum Team der Schnell-Einsatz-Gruppe (SEG) gehört. Er beschreibt einen anstrengenden und durchaus belastenden Einsatz, der aber getragenen wurde von der Dankbarkeit der Bevölkerung in Ahrweiler und einem guten Teamgeist innerhalb des SEG-Teams Landkreis Vechta.

Untergebracht waren die Helfer auf einem für die Hilfsorganisationen auf einem Sportplatz errichteten Zeltplatz. Für die gute Verpflegung sorgte das ebenfalls vor Ort eingesetzte Küchenteam der Malteser Vechta. Der Einsatz vor Ort wurde immer wieder erschwert von heftigen Regengüssen, der auch den Zeltplatz zeitweise unter Wasser setzte.
 
Auch fast drei Wochen nach der verherrenden Flut bot sich den Helferinnen und Helfern vor Ort ein Bild der Zerstörung und Verwüstung. Belastend auch die Berichte und Erzählungen der Menschen vor Ort, die im Landkreis Ahrweiler weit über 100 Tote zu beklagen haben.
 
Vor Ort gab es für die Lohner Malteser verschiedenste Einsatzaufträge. So mussten die vielen freiwilligen Helferinnen und Helfer von nah und fern (täglich ca. 1.500) immer wieder medizinisch versorgt werden, da bei den Reinigungsarbeiten durch den Schlamm viele Keime, Bakterien und Chemikalien in die Wunden der Helferinnen und Helfer gelangten. Durch den anwesenden Arzt wurden häufig Tetanus- Impfungen empfohlen, die dann auch von dem medizinischem Fachpersonal der Malteser durchgeführt wurden.

Auch gab es tägliche Rundgänge der Sanitätstrupps durch das Krisengebiet. Dabei stand der persönliche Kontakt mit der Bevölkerung im Mittelpunkt. Diese war dankbar für die Unterstützung und nutzte die Angebote bzw. Informationsangebote. So wurden ältere Personen zum Einkaufen gefahren oder einzelne Hilfsbedürftige mit einem warmen Mittagsessen versorgt. Es wurden auch Personen zu den zentralen Standorten mit den Waschmaschinen gefahren, da im Ort weiterhin keine Stromversorgung vorhanden war.

Beachtenswert auch die Freude und Dankbarkeit älterer Bewohner, wenn die Malteser sich um die Aufladung einzelner Handys kümmerten, das einzige Kontaktmedium vor Ort. Ein Zeichen für ein großes Vertrauen, dass den Hilfskräften entgegengebracht wurde. Von einer zeitweise berichteten negativen Stimmung gegen Hilfskräfte konnten die Lohner Malteser nichts spüren.
 
Im Mittelpunkt des Einsatzes im Stadtgebiet standen jedoch unzählige Gespräche. Die Bevölkerung berichtete von ihren Erlebnissen während der Flut und entlastete sich dadurch. Viele schreckliche Erlebnisse wurden berichtet. Diese Gespräche waren auch für die Malteser nicht immer einfach, es standen daher speziell ausgebildete Helferinnen und Helfer der Einsatznachsorge (PSNV Malteser) ständig im Lager zur Verfügung.
 
Nach den sechs Tagen erfolgte eine Übergabe an die Kräfte des DRK. Weitere Einsätze der Lohner SEG-Helfer im Katastrophengebiet sind möglich und werden zurzeit abgeklärt. Das Team der Ehrenamtlichen um Daniel Kamphaus ist jedenfalls neben einigen bedrückenden auch mit vielen schönen Erlebnissen aus dem Einsatz in Ahrweiler zurückgekehrt.
 
Die Lohner Malteser versuchen parallel den Opfern der Katastrophe mit einer Spendenaktion etwas zu helfen. Bei den verschiedenen Aktionen sind nach Auskunft des Stadtbeauftragten Martin Rolfes bislang über 10.000 EUR zusammengekommen, die möglichst bald auch den Menschen in der Region Ahrweiler direkt zugutekommen sollen. Spenden sind weiterhin möglich unter:

IBAN: DE49 3706 0120 1201 2250 15
BIC / S.W.I.F.T: GENODED1PA7
Stichwort/Spendenzweck: Hochwasserspende

Fotos: C. Varelmann